Chronische Wunden – eine therapeutische Herausforderung:

Unterstützung der Wundheilung mit funktional nutrition (proWund)

Barbara Binder

 

Patienten mit chronischen Wunden stellen immer wieder eine therapeutische Herausforderung dar. Neben der kausalen Therapie und dem phasengerechten Wundmanagement gibt es noch eine dritte therapeutische Säule: die Ernährung. Etwa 1% der Bevölkerung leiden an chronischen Wunden, wobei die Prävalenz ab dem 80. Lebensjahr auf über 3% steigt. Viele dieser Patienten sind mangel – oder unterernährt. Dieses Phänomen steigt noch mit zunehmendem Alter.

Dabei ist nicht die Menge der Nahrung und die Kalorienzufuhr bedeutend, sondern entscheidend sind die Zusammensetzung und die Qualität der einzelnen Nahrungsbestandteile.

In Studien konnte gezeigt werden, dass durch prophylaktische Gabe von Nahrungsergänzungsmitteln – v.a. proteinreich – die Inzidenz einer Decubitusentstehung reduziert werden konnte. Durch inadäquate Kalorienzufuhr bzw. proteinarmer Ernährung kommt es bei Patienten mit chronischen Wunden trotz eines adäquaten Wundmanagements zu einer prolongierten Wundheilung.

Daher ist es unabdingbar diesen Aspekt in das Therapiemanagement einzubeziehen. Es soll auf die ausreichende Zufuhr von Proteinen, Spurenelementen und Vitaminen geachtet werden.

Zur Zeit stehen uns verschiedene sog. Nahrungsergänzungsmittel zur Verfügung. Mit proWund gibt es ein getestetes Nahrungsmittel für spezielle medizinische Zwecke (bilanzierte Diät) zur diätetischen Behandlung von Krankheiten mit erhöhtem Nährstoffgehalt während der Wundheilung, welcher bei chronischen Wunden die Heilung unterstützt. Zahlreiche Proteine, Vitamine, Mineralien und Spurenelemente sind in das Produkt eingearbeitet – wie besonders für die Wundheilung bedeutend Arginin, Glutamin, Vitamin C, Zink und Selen. Nach einer sog. Auffüllphase wird auf die Erhaltungsphase gewechselt.
Wir haben proWund im Rahmen einer Anwendungsbeobachtung an Patienten mit chronischen Wunden aus unserer Dermatologischen Gefäßambulanz, Universitätsklinik für Dermatologie und Venerologie, Medizinische Universität Graz, getestet. Das Produkt wurde von den Patienten sehr gut angenommen, da es auch geschmacklich positiv bewertet wurde. Wir machten die Erfahrung, dass die bisher zögerliche Wundheilung beschleunigt wurde.

Stellvertretend für unsere Patienten stelle ich ihnen einen Patienten gesondert vor:

56-jähriger Patient mit Ulcus cruris venosum, durch Trauma getriggert, am lateralen Unterschenkel links. Das Ulcus zeigte seit 12 Monaten keine Heilungstendenz. Zusätzlich besteht beim Patienten eine ausgeprägte Adipositas.

Bei der Erstvorstellung zeigt sich ein Defekt von 3.5x2cm Größe (Abb 1+2). Mit entsprechender Wundbehandlung, Kompressionstherapie und additiver Behandlung mit proWund konnte innerhalb von 3 Monaten eine fast vollständige Abheilung erzielt werden (Abb 3+4).

Zusammenfassend kann gesagt werden, dass bei der Behandlung von chronischen Wunden nicht nur die gezielte Diagnostik, kausale und symptomatische Therapie eine Bedeutung haben, sondern es sollte immer auch daran gedacht werden, dass die Wundheilung in vielen Fällen durch Nahrungsergänzungsmittel positiv beeinflusst werden kann.

 

Korrespondenzadresse:

Priv-Doz. Dr. Barbara Binder

Universitätsklinik für Dermatologie und Venerologie

Medizinische Universität

Auenbruggerplatz 8

A-8010 Graz

E-mail: barbara.binder@klinikum-graz.at



Abb 1+2 Vor Therapie



Abb 3+4  Nach 3 Monaten

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Erfahrungsbericht über den Einsatz von proWund:

Ich behandle derzeit eine Patientin mit einem mittlerweile seit über einem Jahr bestehenden Ulcus cruris venosum.

Das Anfangs sehr stark sezernierende Ulkus zeigt zu Beginn der Therapie durch intensive situationsadaptierteLokaltherapie und Kompression gute Heilungstendenzen, danach kam es trotz Einsatz moderner Lokaltherapeutika zur Stagnation. Erst nach dem zusätzlichen Einbeziehen von proWund in das Therapieregime konnten Fortschritte in der Wundbehandlung erzielt werden, sodass nunmehr nur mehr ein stecknadelkopfgroßer Hautdefekt besteht.

Dr. Andreas Weirer, Arzt für Allgemeinmedizin, Semmering.

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Vitamine, Mineralstoffe, Spurenelemente und Aminosäuren
unerlässlich für eine erfolgreiche Wundheilung

Verschiedene Einflüsse auf die Lebensmittelqualität machen es auch bei einer ausgewogenen Ernährung schwieriger den Körper über die Nahrung optimal mit Nährstoffen zu versorgen.
Intensive Landwirtschaft und Umweltverschmutzung laugen die Böden aus. Ernte im unreifen Zustand sowie lange Transport und Lagerzeiten verringern zusätzlich den Gehalt an wertvollen Nährstoffen in den Lebensmitteln.

Mikronährstoffdefizite behindern die Wundheilung
Bei akuten postoperativen Wunden und vor allem bei chronischen Wunden wie Ulcus cruris, Dekubitus oder Diabetischer Fuß ist ein verstärkte Zufuhr von oral substituierte Mikronährstoffen als diätisch-therapeutische Maßnahme zur Förderung des Wundheilungsprozesses unerlässlich.

„Die Zufuhr spezieller funktionell wirkender Nähr – und Wirkstoffe wie zum Beispiel Zink, Arginin, w-3-Fettsäuren, Glutamin, antioxidativen Vitaminen in wundspezifischen Trinknahrungen oder Kapseln kompensierten die Defizite der normalen Ernährung„ bestätigt die Wundärztin Dr Elisabeth Lahnsteiner. Dabei ist auf Reinsubstanzen mit optimaler Bioverfügbarkeit zu achten. Hypoallergene Präparate garantieren auch Allergikern und sensiblen Personen eine optimale Aufnahme im Körper.

In der Wundtherapie unterscheidet man zwischen Produkten für die Prävention einer Wundheilungsstörung bzw. bestehender oder drohender Mangelernährung. Richtwerte dabei sind: BMI < 18,5 bzw. ein BMI < 22 bei geriatrischen Patienten, ungewollter Gewichtsverlust (> 5 % in 3 Monaten, > 10 % in 6 Monaten), ein bestehender Eiweißmangel (Gesamteiweiß und/oder CHE erniedrigt) oder eine Wundheilungsstörung bei Dekubitus-Grad I – II. Eiweißreiche, hochkalorische Trinknahrungen sind dabei zur Regulierung erforderlich.

Bei schweren postoperativen Wundheilungsstörungen oder chronischen Wunden sind zum therapeutischen Einsatz eiweißreiche, hochkalorische Produkte, reich an Arginin, Glutamin, oxidativen Vitaminen, Mineralien und Spurenelemente wie Magnesium, Zink, Selen essentiell in jeder Phase der Heilungsprozesses.

So ist beispielsweise beim gesunden Erwachsenen eine Eiweißzufuhr von 0,8g/kg Körpergewicht ausreichend, während der Eiweißbedarf beim Patienten mit Dekubitus mit 1,0-2,0g/kg/KG deutlich erhöht ist. Dieser erhöhte Eiweißbedarf ist mit der normalen Nahrung nicht gedeckt.

Zink (Empfehlung 12-15mg/Tag) als ein unerlässliches multifunktionelles Spurenelement in der Wundheilung ermöglicht als Co-Faktor der Matrixmetalloproteinasen die Gewebsneubildung und fördert den Wundverschluss. Zudem wirkt Zink auch in der zellulären Immunabwehr im Infektionsgeschehen.

Aminosäuren wie Arginin fördern die Bildung von Wachstumshormonen, verstärkten das Immunsystem und fördern die Gefäßneubildung im Gewebsdefekt.

Vitamin C fungiert als Antioxidans und wirkt entzündungshemmend und unterstützt die Kollagensynthese und somit die Ausbildung eines stabilen Bindegewebes.

Vitamin E als fettlösliches Antioxidans kontrolliert die gesteigerte Radikalbildung im Wundgeschehen und reguliert somit das Entzündungsgeschehen.

Für die Auswahl spezieller Supplemente/Zusatznahrungen werden mit einer Blutabnahme Laborwerte wie Albumin, Präalbumin, Cholinesterase, Transferrrin, totale Lymphozyten, Kreatinin bestimmt.

„Die Einnahme orthomolekularer Kombinationspräparate wie
ReconZym ®Gold oder Trinklösungen wie pro Wund sind ein aktiver Beitrag zur Wundheilung“ bestätigt die Wundexpertin Dr Elisabeth Lahnsteiner mit zahlreichen Behandlungsfällen in der WundOrdination.


WUND.ORDINATION
Dr. Elisabeth Lahnsteiner
Leitung Ärzteteam Wundheilung
1090 Wien, Schwarzspanierstrasse 11/19
E-Mail: info@wundordination.at
Homepage: www.wundheilung.at
Mobil: 0 676 – 72 69 680